Presseobmann Uli Bischoff schreibt dazu:
Geschossen wurde auf den Schießanlagen am Samstag im Katzental nicht, denn im Rahmen einer kleinen Feierstunde zur Einweihung der neuen Schießanlage und einer „offenen Tür“ konnte der rundum erneuerte Schießstand besichtigt und seiner Bestimmung übergeben werden.
Hausherrin ist die Schützengesellschaft Heidenheim 1450 e.V. , die nicht ohne Stolz auf eine 560 jährige Geschichte zurückblicken darf. Die Hausherrin hat inzwischen einen „Untermieter“ erhalten. Die Kreisjägervereinigung Heidenheim suchte neben ihrem Schrotschießstand bei Oggenhausen, eine Anlage, auf der auch mit großkalibrigen Gewehren geschossen werden kann. Neben einer Neuanlage oder einer Kooperationen mit benachbarten Schützenvereinen rückte das zentral gelegene Katzental als Partner vermehrt in den Blickpunkt der Jäger .
Dort hatte 2012 eine eingehende Prüfung der bereits in die Jahre gekommenen Anlage stattgefunden, deren Ergebnis , so OberschützenmeisterGert Schneider am Samstag „zur Schließung der Anlage geführt hätte“. Die Auflagen für die aufwändige Modernisierung der Schießbahnen hätte die Schützengesellschaft allein nicht stemmen können. Daher kam die Kooperation mit der Kreisjägervereinigung nicht ungelegen. Nachdem die Formalitäten abgesprochen und zu Papier gebracht waren, spuckten die Jäger in die Hände und konnten nach einer eineinhalbjährige Ausbauzeit, in der es vor allem um sicherheitsrelevante Einbauten, wie Kugelfänge und sog. Hochblenden ging, was ihren Anteil anbetraf, eine von Kopf bis Fuß erneuerte Anlage vorstellen. Hohe Priorität erhielt der Schallschutz.
Eine elektronische Trefferanzeige – die modernste ihrer Art, wie KreisjägermeisterJürgen Bohnert hervorhob - komplettiert die Ausstattung , die auch vor dem Hintergrund der neuen jagdlichen Gesetzgebung alle geforderten Kriterien erfüllt. Seit dem Verbot bleihaltiger Jagdmunition stecken die Jäger bleifreie Munition in die Läufe ihrer Gewehre. Das andersartige Abprallverhalten der neuen Munitionstypen musste auch im Katzental berücksichtigt werden. 156.000 €uro und 1.500 freiwillige Arbeitsstunden haben sich die Jäger ihr neues Zuhause kosten lassen und damit den Bestand der Anlage auch für die Schützengesellschaft sichern können. Ob der auf Schienen gelagerte "laufende Keiler" auf den auf eine Distanz von 50 Meter freihändig gefeuert wird oder das Überläuferschwein, das in Pappe und in Originalgröße gefertigt ,auf 100 Meter auf die Schützen wartet, junge und bereits geübte Jäger haben künftig reichlich Gelegenheit ihre Fertigkeiten zu verbessern. Das Gesetz will es so. Um sog. Abpraller braucht man sich keine Sorgen zu machen. Granulate, die man sich bei Waffenherstellern in Isny abgeguckt hat, fangen die Kugeln ab, versicherte Jürgen Bohnert.
Gerne sähen Sportschützen und Jäger als Waffenträger eine Verbesserung ihres Sozialprestiges. Dieses Anliegen richtete Gert Schneider an OberbürgermeisterBernhard Ilg, der sich am Samstag auf der neuen Anlage umgesehen hatte und neben 50 weiteren Gästen durch das Bläsercorps der Kreisjägervereinigung begrüßt wurde. Die Nachfrage nach Jagd-und kleinen Waffenscheinen steige im Kreisgebiet. Die Ausbildung an der Waffe macht für den Oberbürgermeister durchaus Sinn und was das Image anbetrifft, so will es Ilg nicht in den Kopf, dass bei Biathlonwettbewerben bei jedem Treffer eine ganze Nation juble ,während der Sportschütze mit seinem Tun eher schräg angesehen werde. Die Bitte des Kreisjägermeisters, geprüfte Jagdhunde, deren Mithilfe bei bestimmten Jagdarten nach dem neuen Wildtier-Management-Gesetz vorgeschrieben sei, von der Hundesteuer zu befreien ,will Ilg „mit nach Hause nehmen“.
Auch Georg Feth vom Landratsamt gratulierte im Auftrag von Landrat Thomas Reinhard und sprach von 115 Jagdrevieren und inzwischen 570 Jägern im Kreisgebiet und auch davon, dass die Schießfertigkeit eines Jägers künftig für die Teilnahme an Drückjagden nachgewiesen werden müsse.
BeizirksjägermeisterJochen Sokolowski sieht in der Jagd „Auftrag und Leidenschaft zugleich “. Wer sein Handwerk beherrschen wolle, müsse im Blick auf die 4 neuen Schießbahnen beständig üben. Sokolowski gehört der Arbeitsgruppe Schießstände an und hat den Ausbau der Anlage vom Landesjagdverband aus nach Kräften gefördert.
Mit Frank Reichenbach, Schießobmann Claus Stegmaier, Manfred von Scheliha (alle Heidenheim) und Axel Schuh (Dettingen) ehrte Sokolowski vier Männer, die sich um den Ausbau des Schießstandes besonders verdient gemacht haben mit der Verdienstnadel in Silber des Landesjagdverbandes.

