Uli Bischoff schreibt dazu:
Auf 600 Besucher schätzte Mesnerin Barbara Flath die Zahl derer, die die feierliche Hubertusmesse zusammen mit Pfarrer i.R. Alfred Hägele und dem Bläserkorps der Kreisjägervereinigung am Sonntag in die Michaelskirche in Gerstetten gelockt hatte. Das 13-köpfige Korps unter der Leitung von Axel Schuh (Dettingen) hatten ihre sonor klingenden Parforcehörner in Es gestimmt und zuvor eifrig geprobt. Kreisjägermeister Jürgen Bohnert , selbst Mitglied des Ensembles, freute sich dann auch über so viele festlich gestimmten Gäste, die sich zur Erinnerung an die Bekehrung des heiligen Hubertus gekommen waren. Wenngleich die evang. Kirche keine Heiligenverehrung und daher auch keine Schutzpatrone kenne, achte sie durchaus auf Tradition und Brauchtum, betonte Pfarrer Alfred Hägele. Für ihn hat der Jäger mit dem Erwerb des Jagdscheines eine besondere Verantwortung übernommen : Nicht nur die „Lizenz zum Töten“ sondern auch die Pflicht zum Bewahren und zur Hege. Dies komme in den einzelnen Teilen der Messe zum Ausdruck. Eingehend hatte sich der Geistliche mit den Leserbriefen beschäftigt, die vor Jahren durch die Heidenheimer Presse gingen. Mein Wert als Jäger und „mein Rechtsein“, so resümierte Hägele , hänge nicht vom Urteil anderer ab. Die Freiheit des Einzelnen hänge von Gott ab. Ihm sei der Jäger „zuerst und vor allem verantwortlich“. Nachdem dies so sei, stehe es auch keinem anderen zu, den Jäger selig zu sprechen oder ihn zu verdammen. Art und Stil wie wir mit unterschiedlichen Meinungen umgehen, gehöre zu Kirche und Glauben. Das „Halali“ des Jägers, so Hägele abschließend, sei als Lob Gottes nicht nur sprachlich dem Halleluja verwandt. Das Halleluja als Lob und Jubel setzten die Bläser später in sonore Klänge um, so wie auch Choral und Sanktus in großer Geschlossenheit , Klarheit und Schönheit erklang. Das saubere Dirigat von Axel Schuh trug das Seinige dazu bei. Trotz des dankbaren Beifalls hatte der kalte und stürmische Wind den Bläsern auf der Alb einen Streich gespielt. Ihre sensiblen Parforcehörner waren ausgekühlt und wollten beim anfänglichen Introitus nicht gleich mitspielen.

