Ulrich Bischoff schreibt:
Glockenklang, Hundelaut und den Hufschlag der Pferde glauben Liebhaber der Parforcehornmusik dann herauszuhören, wenn die Bläserkorps ihre Hörner heben und ihre sonoren Töne, zumeist mehrstimmig geblasen, durch Feld und Wald erschallen lassen.
Am Sonntag erschallten sie von den Zinnen der Burg Falkenstein. Andreas Kühnhöfer und Christof Bosch, beide Förster und Jäger und Freunde des ventillosen Parforcehornes, hatten unter dem Titel „Falkensteiner Jagdhornklänge“zusammen mit dem Bläserensemble der Kreisjägervereinigung und zwei weiteren Gruppen zu einem Konzert in den Hof der ehemaligen Burg eingeladen. Gut 400 Freunde dieser althergebrachten Musikgattung waren der Einladung gefolgt. Die „Burgherren“, die Familien Heinz und Hartmut Kümmerle öffneten bereitwillig ihre Tore, ließen Brötchen schmieren und sorgten für das nötige Ambiente.
Los ging es mit der „Jubiläumsfanfare“ des Heidenheimer Ensembles, dem 15 Bläser, darunter sieben Frauen angehören. Sie folgten am Sonntag den Einsätzen des Dettinger Axel Schuh, der mit dem fein gewichteten „Waldmärchen“, dem lustig gesetzten „Gwandl“ und „Peters Jägerpolka“ die Ouvertüre besorgte. Die Besonderheiten der Instrumente und deren Technik erläuterte Friedrich Prinz.
Die „Forstliche Bläsergruppe Ostalb“ besteht , wie deren Leiter Christof Bosch zu verstehen gab, „aus lauter Förstern“. Sie beherrschen ihre Hörner meisterhaft und verbreiteten am Sonntag jene schon so oft geprießene Wärme des runden Tons, für den das große Parforcehorn steht. Die Homage an Marie Antoinette gelang ebenso schlackenrein, wie „Alphorn“ und „Abendruh“. Hansjörg Jakob (Heidenheim), Beatrice Diederding (Dischingen) und Richard Haller (Bartholomä) steuerten Solis bei.
Alpenhörner werden aus Fichtenholz gezimmert, dienten ursprünglich der Verständigung unter den Hirten und werden aus Freude an ihrem erdhaften Klangbild von sechs „Eschacher Alpenhornbläsern“ kultiviert. Auch sie vertonten die „Abendruh“ , wagten mit vollen Backen ein Tänzchen und grüßten vollmundig „Aus den Bergen“. Bei den Alphornbläsern muß der Ton „von innen raußkommen“, verdeutlichte der Leiter der Gruppe die anstrengende Anblastechnik.
Das sechsköpfig auftretende „Parforcehornbläser Freischütz /Schwaben“ weiß sich der Hochblüte der Parforcehornmusik verpflichtet, die aus Frankreich kommt. Mit vierstimmig geblasenen Titeln wie „Le Capitaine“, „Marie“ oder „Trompe de Chasse“ warteten die in französischen Reiteruniformen gekleideten Routiniers auf und begeisterten mit sicheren Ansätzen und „parforce-gerechter“ Klangfülle.
Voll des Lobes war am Ende Walter Löw, der Landesobmann der Jagdhornbläser, dem eine 180 Kilometer lange Anfahrt nicht zu viel war.

