Zum Tod von Forstdirektor a.D. Max Riehle

Abschied am 10. Februar 2022 in Steinheim

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Ulrich Bischoff schreibt:

,,Forstmeister'' Max Riehle verstorben

Dieser Tage ist der frühere Amtsleiter des Staatl. Forstamts Steinheim a. A., Forstdirektor a. D. Max Riehle, nach längerer Krankheit im Beisein seiner Familie verstorben. Riehle, der 30 Jahre lang für die Bewirtschaftung eines großen Teils der Ostalbwälder verantwortlich war und ihre Entwicklung prägte, wurde 85 Jahren alt.

Seine Ehefrau Luise, seine drei Töchter, 9 Enkel und ein enger Freundeskreis nahmen am 10. Februar in der Steinheimer Heiliggeistkirche Abschied. Das Bläserkorps der Förster der Ostalb entbot ihm ein letztes Halali.

Riehle wurde in Weil der Stadt als Sohn eines Landwirts geboren, durchstreifte schon in seiner Jugend die Wälder seiner Heimat und nahm nach dem Abitur in Freiburg das Studium der Forstwissen[1]chaft auf. In Schweden absolvierte er als Holzhauer ein Praktikum und verdiente sich ein Zubrot. Seiner wissenschaftlichen Ausbildung folgte eine 3-jährige Referendarzeit, in der er verschie[1]dene Wuchsgebiete im Land kennenlernte. 1962 folgte die große Staatsprüfung. Die Forstliche Versuchs- und Forschungsanstalt in Freiburg, die Waldarbeitsschule Itzelberg und das Forstamt Königsbronn waren hernach weitere berufliche Stationen, ehe er am 1. März 1971 seine Tätigkeit als Chef des Forstamtes Steinheim aufnahm.

Wer zu Fuß Riehles neues Imperium durchmessen wollte, wäre Stunden unterwegs gewesen. Von Böhmenkirch über Gussenstadt und Gerstetten bis Steinheim und Königsbronn rauschten um ihn die Wälder, die es nunmehr zu bewirtschaften und in wetterfeste Bestände umzuwandeln galt. Dabei ging Riehle behutsam vor. Dort, wo die Fichten der Altforderen nicht hinpassten, durften Rotbuchen, Bergahorne und Douglasien ,,Platz nehmen". Die Ostalb wurde unter seiner Hand bunter. Sein Wort galt in der Fachwelt und unter Waldbauern. Ebenso verschaffte er sich als Naturschutzbeauftragter im Landkreis Geltung. Dank seiner fachlichen Kompetenz und seines fundierten heimatgeschichtlichen Wissens galt er unter seinen Kollegen ohnehin als ,,wandelndes Lexikon". Der Forstliche Hauptstützpunkt in Bartholomä, in dem junge Leute zu Forstwirten ausgebildet werden, fallen ebenso in seine Schaffenszeit, wie viele seiner sangesbegleiteten Lehrwanderungen und Exkursionen. Die Auflösung des Staatlichen Forstamtes Steinheim a. A. erlebte Riehle 2003 als Ruheständler. (bi)