Um bei einem ASP-Ausbruch gewappnet zu sein, hat das Ministerium für ländlichen Raum und Verbraucherschutz Baden-Württemberg dem TCRH (Trainingscenter Retten und Helfen) den Auftrag gegeben, in 5 Jahren 300 ASP-Kadaversuchteams auszubilden, die im Seuchenfall für die Kadaversuche eingesetzt werden können. In Zusammenarbeit mit dem JGHV (Jagdgebrauchshundverband e.V.) und dem BRH (Bundesverband Rettungshunde e.V.) wurde ein Programm auf die Füße gestellt und seit diesem Jahr läuft die Ausbildung der Mensch-Hunde-Teams. Ende 2022 werden über 70 Teams für die Kadaversuche zur Verfügung stehen.
Wenn in einem Landkreis in BW die ASP ausbricht, kann das Landratsamt bzw. Veterinäramt das TCRH mit der Organisation des Bereichs Kadaversuche im Krisenstab beauftragen. Das TCRH kümmert sich dann um alle Bereiche rund um die Kadaversuche – vom Bereitstellen geeigneter Mensch-Hund-Teams samt Technik, Drohnenteams, Koordination der Suche, über die Versicherung bis zur Abrechnung der Einsätze mit den Teams.
Seit Oktober ist eines der Teams nun das KJV-Mitglied Anne Schneider mit dem Irish-Setter-Rüden Hokus. Die beiden haben den ersten Ausbildungskurs und die grüne Prüfung gemacht. Die nächsten Ziele sind die gelbe und rote Prüfung.
Bei der ASP-Kadaversuche geht es darum, verendetes Schwarzwild zu finden, um es dann seuchenkonform zu entsorgen, bevor sich weiteres Schwarzwild anstecken kann. Leider ist das ASP-Virus sehr unempfindlich gegenüber Umwelteinflüssen. So hält es sich im Boden über viele Monate, auch Verwesung, Sonne und Kälte machen ihm nichts aus.
Die Hunde sollen sich bei der Suche nicht um gesundes Wild kümmern. Um dieses so wenig wie möglich zu beunruhigen, werden die Suchen möglichst MIT dem Wind gemacht, so daß das Wild den Hund frühzeitig mitbekommt und ausweichen kann. Zudem wird immer mit „Ruhezonen“ gearbeitet, die dann zu einem anderen Zeitpunkt abgesucht werden. So hat das Wild Ausweichmöglichkeiten. Je nach Ausbildungsstand der Hunde arbeiten diese an der langen Leine oder frei. Die Hunde lernen, Schwarzwild (und Teile davon) so anzuzeigen, daß es ihr Hundeführer erkennt und in einer GPS-Karte markieren kann. Erst dann geht die Suche weiter. Die Hunde sollen dabei Abstand von den Kadavern halten. Trainiert wird mit gesundem Material, d.h. die Hunde suchen nicht das Virus, sondern generell Schwarzwildkadaver. Gefundene Kadaver werden dann von speziellen Bergeteams geborgen.
Die Einsätze werden vom TCRH genau geplant und dokumentiert. Großer Wert wird darauf gelegt, dass im Seuchenfall das Virus nicht aus dem Seuchengebiet heraus getragen wird. Dazu wird u.a. mit Hygieneschleusen (für Mensch, Hund und sämtliche Ausrüstungsgegenstände) gearbeitet. Aus diesem Grund werden auch die Hundeführer geschult und müssen eine Theorieprüfung ablegen sowie bei Einsatzübungen mitmachen. Der Ausbildungsstand der Hunde muss in regelmäßigen Abständen bewiesen werden.
Interessierte Hundeführer/innen können sich beim TCRH (www.tcrh.de bzw. asp.tcrh.de) für die Ausbildung bewerben.








