Mit einer Mischung aus Staunen und Ehrfurcht stehen die 30 Teilnehmer beim Waldbegang vor gewaltigen Lärchen und Eichen und erfahren, dass die einen im Jahr 1840 gesät (!) und die anderen im Jahr 1857 gepflanzt wurden. Sie sind tatsächlich 176 bzw.159 Jahre alt!
Das und vieles Interessante mehr erklärt Förster Hermann Becker kurzweilig auf dem Rundgang durch sein Forstrevier Mergelstetten, Gebiet Stangenhau.
Auch zum Beispiel, dass von den 31% Nadelholz im Revier ganze 28% auf die Fichte fallen und man deshalb, um den Anteil anderer Nadelhölzer zu erhöhen, seit ein paar Jahren Lärchen angepflanzt hat, die zwar recht gut kommen, aber auch einiger Pflege bedürften. Zudem ist ihr Holz hochwertig und gefragt.
Auch die Weißtanne wurde vor kurzem auf einer kleinen Fläche angepflanzt und mit Drahthosen vor Verbiss geschützt.
"Selbst wenn der Rehwildbestand auf dem untersten Niveau ist, muss man solche "Exoten" wie die Weißtanne im Buchenbestand schützen. Da langt ein einzelnes Reh um Schaden anzurichten!"
Aber auch zu den 53% Buchen bei den Laubbäumen (3% Eiche, 13% Sonstige) hat man vor etwa 10 Jahren einen Schwung Winterlinden und Eichen hinzugesellt. Auch sie bedürfen der Pflege immer wieder.
Besonders beeindruckend waren für alle die etwa 70 jährigen Douglasien. Ihre starken Stämme erreichten an manchen Stellen eine Höhe von etwa 40 Metern.
Fragen über Wald und Wild hat Hermann Becker in seiner humorvollen Art unermüdlich beantwortet - und es waren viele Fragen.
Mit von der Partie beim Waldbegang waren übrigens etwa 15 Jagdhunde, alle angeleint! "Das sind wir unseren Rehen schuldig!!" so Hermann Becker.
Bei der Stangenhauhütte wartete anschließend ein Buffett mit köstlichen Salaten - von Susanne Becker zubereitet - und allerlei Gegrilltes vom Hegeringleiter Wolle Schlierer. Man konnte gemütlich in froher Runde genießen.
Erst als das Grollen des nahenden Gewitters überlaut wurde löste sich die fröhliche Gesellschaft am Nachmittag auf.

