Die Auszubildenden der KJV sind gern gesehen bei den großen Drückjagden im Kreis: werden sie doch im Zuge der praktischen Ausbildung als willkomene Treiber mit eingesetzt. Im Ausbildungsplan steht: Pflichtveranstaltung.
Dafür ergibt sich aber auch für sie im Anschluss die Möglichkeit, am frisch erlegten Wild das Aufbrechen zu erlernen - die Versorgung des Wildes nach dem Schuss, unter Beachtung der heute geltenden Hygienevorschriften. Wildpret ist ein hochwertiges Nahrungsmittel, mit dem sorgfältig umgegangen werden muss.
Im Wald an Aufbrechgestellen ging es für die angehenden Jäger an die "rote Arbeit".
Ausbilder Michael Schwarz erklärte Schritt für Schritt und Schnitt für Schnitt an einem Frischling und danach an einem Stück Rehwild das waidgerechte Aufbrechen. Das Aufschärfen der Bauchdecke ohne in die Eingeweide zu stechen, die Organe wurden herausgeholt, benannt und begutachtet, jeder konnte die Naht am Schloss erfühlen, das Zwerchfell mit den für die Trichinenschau wichtigen Zapfen genau sehen. Auf peinliche Sauberkeit wurde bei der ganzen Arbeit geachtet.
Für das Ausspritzen mit Wasser nach dem Aufbrechen hatte man einen Brunnen angezapft. Das aufgebrochenen Wild hing anschließend blitzsauber zum Abtransport bereit.
Man kann sich heute kaum noch vorstellen, dass es im Lehrbuch für die Jägerprüfung um 1970 "Blase -Die Jägerprüfung" wörtlich hieß: ..keinesfalls darf man zum Reinigen Wasser verwenden, da hierdurch eine frühzeitige Zersetzung unvermeidbar wäre.....
