Vorstehhunde, Stöberhunde, Schweisshunde, Erdhunde, Bracken - rauhaarig, kurzhaarig, langhaarig..., nicht aus dem Lehrbuch, sondern in der Praxis konnten die Teilnehmer des Jägerkurses vieles über den ältesten Jagdbegleiter des Menschen am Sonntag an der Baurenhäuleshütte lernen. Hundeobmann Kai Bubeck hatte Jäger mit ihren Hunden an die Hütte bestellt, und erklärte direkt am Hund die unterschiedlichen Rassemerkmale, sowie die waidmännischen Ausdrücke.
Wo wird welcher Hund bei der Jagd bevorzugt eingesetzt? Wie lautet die Zahnformel beim Hund? Fragen, die bei der Prüfung durchaus gestellt werden können.
Kai Bubeck ist aber nicht nur Hundeobmann, er ist auch passionierter und erfahrener Nachsuchenführer. Es war ihm ein Anliegen den angehenden Jungjägern das Verhalten vor und nach dem Schuss auf Wild nachdrücklich zu erklären.
"Wenn Wild austritt nicht nur genau ansprechen, sondern sich auch das Gelände merken! Das kann für eine mögliche Nachsuche wichtig sein!" so Bubeck.
"Schießen sie niemals Gais vor Kitz, keine Haupt- oder Trägerschüsse, die als wildpretschonend gelten. Schiessen sie bitte immer nur aufs Blatt!! Nur dieser Schuss ist waidmännisch"
" Nach Aussagen der Wildforschungstelle Aulendorf ist das Wildpret "wildpretschonend" geschossener Tiere weniger wertvoll, weil es nicht ausschweissen kann.
Seit dem 1. Januar 2016 gilt auch für Privatjäger die Pflicht nur bleifreie Geschosse zu verwenden. Nachgewiesen ist allerdings, dass die Tötungswirkung damit schlechter ist. Das zeigen die vermehrten Nachsuchen, bei denen man am Anschuss nur wenig oder garnichts findet, auch bei den besten Schüssen.Die Nachsuchen gestalten sich äußerst schwierig.
Wie verhalte ich mich, wenn das Stück nach dem Schuss nicht liegt? Auch darauf ging Bubeck genau ein. Mindestens eine halbe Stunde warten, dann leise vom Hochsitz zum Anschuss Den Anschuß genau merken! Wie hat das Stück gezeichnet? Wie ist die Fluchtrichtung? Wie viel Wild war bei der Schussabgabe in unmittelbarer Nähe? Hat man gehört, wie das abspringende Stück Bäume oder Sträucher anflieht, klagt oder hörbar zusammenbricht? - leise wieder zurück und erst in gehöriger Entfernung - evtl.mit dem Nachsuchenführer - telefonieren.
Niemals eine Dickung betreten! Das beschossene Stück könnte in der Nähe sein und bei einer angeschossenen Sau kann das lebensgefährlich werden.
Am Abend Fundstücke wie Knochensplitter, Wildpretfetzen für den Nachsuchenführer aufsammeln, damit sie in der Nacht nicht der Fuchs holt.
Sehr wichtig ist auch, den Anschuss zu kennzeichnen - verbrechen - am besten mit einem farbigen Band.
"Wenn das Stück nicht richtig steht, kein Kugelfang vorhanden ist, die Umstände nicht passen, lieber einmal den Finger gerade lassen, nicht schiessen. Das ist gelebter Tierschutz"
