Brucellose im Kreis Heidenheim

Ein Merkblatt für Jäger

vom Vetrerinäramt

Erstellt am

Bereits im Herbst wurde ein erster Fall von Brucellose bei einem Wildschwein im Kreis Heidenheim bestätigt.

Da diese Krankheit auf den Menschen übertragbar ist, hat das Veterinäramt Heidenheim jetzt ein Merkblatt speziell für Jäger heraus gegeben.

Bitte unbedingt bei erlegtem Schwarzwild auf Krankheitszeichen und Hygiene bei der Verarbeitung achten, sowie die Entsorgung aller nicht verwendbaren Teile ausschließlich über die Wildverwahrstellen

 

Merkblatt für Jäger zur Brucellose bei Wildschweinen

Landratsamt Heidenheim Fachbereich Veterinärwesen und Verbraucherschutz Veterinärwesen

Grundsätzlich ist die Brucellose eine bakteriell bedingte Tierseuche, die oft die Geschlechtsorgane und Gelenke betrifft. Die Brucellose ist vom Tier auf den Menschen übertragbar (Zoonose).


 

Erreger beim Schwein

 
  • Brucellasuis

 

Reservoir

 
  • bei Wildschweinen verbreitet, gelegentlich auch bei Feldhasen

 

Anzeigepflicht

 
  • Brucellose bei Rind, Schaf, Ziege und Hausschwein ist anzeigepflichtig und wird staatlich bekämpft.

  • bei freilebenden Wildschweinen besteht keineAnzeigepflicht

 

Infektionsweg

 
  • durch Kontakt mit infiziertem Material wie Fleisch/ Aufbruch, Körperflüssigkeiten, Aborte, Nachgeburten, Milch € über Schmierinfektionen (Hautverletzungen, Bindehaut u. a. Schleimhäute)

  • durch Einatmen infektiöser Tröpfchen (Aerosole)

  • durch Verzehr kontaminierter, nicht ausreichend erhitzter Lebensmittel

  • i. d. R. nicht von Mensch zu Mensch übertragbar

 

Krankheitsbild beim Tier

 
  • Keiler: einseitige Hodenschwellungen und –entzündungen

  • Bachen: Spätaborte, Geburt lebensschwacher Tiere, Nachgeburtsverhalten, Gebärmutterentzündung mit ggf. kleinknotigen Veränderungen

  • generell: Gelenkentzündungen, abszedierende Veränderungen in Organen möglich

  • kann auch ohne klinische Erscheinungen verlaufen

  • oft jahrelang latent bestehende Infektion

 

Krankheitsbild beim

Menschen

 
  • Brucella-Infektionen können zu vielfältigen Krankheitsbildern führen, u.a. Fieberperioden, Müdigkeit, nächtlichem Schwitzen, Kopfschmerzen,

Gelenkschmerzen, Muskelschmerzen – selten zum Tod

Empfohlene Schutz- maßnahmen

 
  • Einhaltung von Hygienegrundsätzen bei der Jagd und Wildbretverarbeitung durch die Jägerschaft

  • Einmalhandschuhe verwenden und nach Gebrauch unschädlich entsorgen (z. B. Restmülltonne)

  • grundsätzlich Vorsicht bei Umgang mit verdächtigem Wild und Fallwild

  • Wild nur bei guten Lichtverhältnissen aufbrechen

  • Aufbruch über die Wildverwahrstellen (außer von Drückjagden!) unschädlich entsorgen – nicht auf den Luderplatz!

  • verdächtiges Wild ist für den Genuss untauglich; amtliche Fleischuntersuchung vornehmen lassen

  • Hände- und Flächendesinfektion (übliche Desinfektionsmittel gegen Bakterien)

 

Haltbarkeit des Erregers

 
  • auch in gekühltem und tiefgefrorenem Fleisch weiterhin infektiös

  • Abtötung erfolgt bei gutem Durchgaren von Lebensmitteln

  • mehrere Monate in der Umwelt überlebensfähig (Erde, Wasser, Kot, Kadaver)

 

Was tun im Verdachtsfall?

 
  • bei Verdacht das Veterinäramt Heidenheim (07321-321-2601) benachrichtigen

  • sofern keine Untersuchung veranlasst wird, sind verdächtige Tierkörper und –teile unschädlich zu beseitigen

  • Das Verbringen verdächtiger Tierkörper auf den Luderplatz istverboten!

  • Eine Untersuchung von Wildschweinen auf Brucellose erfolgt im Untersuchungsamt

– hierzu können entweder die Blutproben für das KSP/ASP-Monitoring genutzt werden oder bei klinischem Verdacht der Tierkörper oder die veränderten Organe.

Die Kosten der Untersuchung trägt das Land.

Hunde/ Jagdhunde

 
  • der Hund kann als indirekter Überträger für die Schweinebrucellose eine Rolle spielen

  • für die Hunde ist der Erreger Brucella suis i. d. R. ungefährlich