Verbot des Einsatzes von Antibiotika für Haustiere

wenn diese auch in der Humanmedizin eingesetzt werden.

Aufruf der Tierärzte zu einer Petition-
Brief von Dr. Erhard Jauch

Erstellt am 27.08.2021

Sehr geehrte Damen und Herren,

 

derzeit ist in der Diskussion, ein EU-weites Verbot des Einsatzes von Antibiotika, die auch in der Humanmedizin eingesetzt werden, für Haustiere zu erlassen. Ein solches Verbot mag bei Nutztieren, die der menschlichen Ernährung dienen, angebracht sein. Bei verletzten Jagdhunden und Beizvögeln ist ein Antibiotika-Einsatz aber oft notwendig, um das Leben der Tiere zu retten.

 

Deutscher Jagdverband (DJV),  Deutscher Falkenorden (DFO), Orden Deutscher Falkoniere (ODF) und Jagdgebrauchshundeverband (JGHV) haben in einem offenen Brief den Antrag von Martin Häusling, agrarpolitischer Sprecher der Fraktion die GRÜNEN/EFA im EU-Parlament, scharf kritisiert: Dieser sieht vor, den Einsatz von Antibiotika, die für eine menschliche Behandlung vorgesehen sind, generell  für Tiere zu verbieten. Die Verbände sehen darin die bewusste Gefährdung von Tierleben und einen Verstoß gegen das Staatsziel Tierschutz. Die Verbände unterstützen hingegen den Ansatz der Europäischen Arzneimittelagentur (EMA),  wonach Tiermedizin, Humanmedizin und Umweltwissenschaften gemeinsam an einer Reduktion von Antibiotikaresistenzen arbeiten. DJV, DFO, ODF und JGHV fordern die Mitglieder des Europäischen Parlaments auf, Mitte September den Antrag von Martin Häusling abzulehnen.

 

Auch die Bundestierärztekammer warnt vor einem generellen Verbot des Einsatzes von Antibiotika aus der Humanmedizin für Tiere. Davon betroffene Antibiotika sind oftmals die einzige Therapiemöglichkeit für Heim- und Haustiere, die an lebensbedrohlichen und schmerzhaften bakteriellen Infektionen leiden. Die unterzeichnenden Verbände stellen klar, dass gut ausgebildete Jagdhunde essentiell für eine tierschutzgerechte und effektive Jagd sind. Stöberhunde sind beispielsweise wichtig für die Jagd auf Reh- und Rotwild zur Wildschadensverhütung. Kadaverspürhunde spielen derzeit eine große Rolle bei der Bekämpfung der Afrikanischen Schweinepest. Bei ihrer Arbeit können sich Jagdhunde verletzen, eine effektive Behandlung bakterieller Infektionen mit Antibiotika muss deshalb auch künftig möglich sein. Greifvögel sind bei vielen Erkrankungen und Verletzungen ebenfalls auf Antibiotika angewiesen. Falknerinnen und Falkner jagen mit ihnen unter anderem auf Friedhöfen, Sportplätzen oder Grünanlagen zur Reduktion von Wildkaninchen - dort ist die Jagd mit dem Gewehr nicht ohne weiteres möglich. Zudem nehmen sie verletzt aufgefundene Greifvögel, Falken und Eulen auf, pflegen diese und bereiten sie auf die Rückkehr in die Freiheit vor.

Online-Petition:

Der Bundesverband praktizierender Tierärzte bietet die Möglichkeit gegen das geplante Verbot zu protestieren. Es gibt dazu für alle Hundeführer, Falkner bzw. Jägerinnen und Jäger die Möglichkeit, seine Ablehnung über eine Online-Petition zu äußeren.

Weitere Informationen und einen Link zur Petition finden Sie unter:

Bundesverband praktizierender Tierärzte (bpt)

Weitere Infos gibt es auch bei:

Bundestierärztekammer (BTK)

Bundesverband für Tiergesundheit (BfT)

 

Freundliche Grüße und Waidmannheil

 

Dr. Erhard Jauch
Hauptgeschäftsführer

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