Geflügelpest tritt bei Wildvögeln vermehrt auf

Bevölkerung soll verändertes Verhalten
dem Väterinäramt melden

  • Kolbenente

    Kolbenente

Erstellt am 17.12.2020

Situation” Geflügelpest, Stand 04.12.2020

Seit Anfang November 2020 werden in Deutschland wieder vermehrt bei Wildvögeln Erreger der Aviären lnfluenza gefunden. Für den Menschen und auch für andere Säugetiere (z.B. Schweine, Marderartige, Katzen und Hunde) besteht ein Ansteckungsrisiko nur bei sehr intensivem Kontakt mit infiziertem Geflügel. Bei den bisher in dieser Saison gefundenen Viren konnte kein zoonotisches Potential festgestellt werden.

Zunächst wurde der Erreger in Norddeutschland nachgewiesen. Mit dem Vogelzug verbreitet er sich nun weiter in den Süden, so dass am 19.11.2020 in der Nahe von Passau bei mehreren Wildenten die Seuche nachgewiesen werden konnte. Bei eintretenden Frost ist mit einer weiteren Dynamik an Vogelbewegungen zu rechnen. Viele Wasservogelarten sind Kälteflüchter, d.h. sie suchen eisfreie Gewässer auf. Aviäre Influenza (von lat. avis, Vogel), umgangesprachlch auch Vogelgrippe genannt, ist eine durch Viren ausgelöste Infektionskrankheit. Diese Viren treten in zwei Varianten (gering/hochpathogen) und verschiedenen Subtypen (H1-16 in Kombination mit N1-9) auf. Geringpathogene aviäre Influenzaviren (LPAIV) der Subtypen H5 und H7 verursachen bei Hausgeflügel, insbesondere bei Enten und Gänsen, kaum oder nur milde Krankheitssymptome. Allerdings können diese Viren spontan zu einer hochpathogénen Form (hochpathogene aviäre Influanzaviren, HPAIV) mutieren, die sich dann klinisch als Geflügelpest zeigt. Alle Geflügelarten, aber auch viele Zier- und Wildvogelarten sind empfänglich für lnfluenzaviren der VögeI (aviäre lnfluenzaviren, AIV). Wildlebende Wasservögel sind die natürlichen Reservoiré der AIV, häufig wird es aber auch bei Greifvögeln und Eulen gefunden. Infizierte Vögal scheiden AIV zumeist mit dem Kot aus. Bei Legetieren können auch die Eier Virus enthalten. Direkter Kontakt der Vögel untereinander so wie das Aufnehmen virushaltigen Materials oder verseuchten Wassers mit dem Schnabel überträgt die Infektion. Die Verbreitung zwischen Geflügelbeständen kann durch den Tierhandel oder indirekt durch verunreinigte Fahrzeuge, Personen, Geräte, Verpackungsmaterialien oder ähnlichem erfolgen.

Deshalb soll jetzt eine Intensivierung des passiven. und aktiven Wildvogelmonitorings mit Schwerpunkt auf Wasser- und Greifvögeln erfolgen:

Die Bevölkerung ist aufgerufen, Beobachtungen von verändertem Verhaltensweisen bei Wasservögeln (z.B. unkoordiniertes Kopfkreisen) sowie Totfunde von Wildvögeln dem Veterinäramt Heidenheim sofort zu melden, um die Früherkennung zu formieren.

Tote Wasser- und Greifv0gel sollten unverzüglich dem Veterinäramt gemeldet werden. Diese werden dann vom Amtstierarzt unter Einhaltung der Sicherheitemaßnahmén eingesammelt und auf das Vorkommen von Infiuenza-A Infektionen untersucht und .anschließend sicher entsorgt, um eine Umweltkontamination bzw. eine Übertragung auf aasfressende Vögel zu vermeiden z.B. über die Wildverwahrstellen.

Bei der Jagd erlegtes Wassergeflügel sollte mindestens ein Vogel pro Tagesstrecke und Revier beprobt werden. Probenmaterial gibt das Veterinäramt Heidenheim aus. Für den Nachweis des Erregers oder dessen Genom sind Rachen/Kloakenabstriche oder Kot geeignet. Rachenabstriche werden vorgenommen, indem der Tupfer bis in die Luftröhre eingeführt wird. Die Entnahme von Kloakenabstrichen erfolgt mittels eines sterilen trockenen Tupfers, der so weit in die Kloake eingeführt werden muss, das Kot daran haftet.

Weiterführende lnformationen finden Sie auf der Homepage des FLI. Für Fragen stehen lhnen die Amtstierärzte des Veterinäramtes über die Telefonnummer 07321/321-2001 zur Verfügung.

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